Wenn P, dann nicht P

Diese Arbeit konstruierte ich für meine Meisterschülerarbeit. Sie bestand aus einem schriftlichen sowie einem praktischen Teil und hatte als Ausgangspunkt das Tetralemma. Das Tetralemma bezeichnet eine vierwertige Logik aus Indien. Sie kennt über die beiden Positionen der bivalenten Logik hinaus (richtig/falsch) zwei weitere Positionen: beides und keines von beiden. Das Tetralemma arbeitet führt zu selbstreferentiellen Funktionen. Ein Beispiel dafür ist die Behauptung: "Ich lüge!" Diese Aussage entzieht sich einer endgültigen Interpretation und generiert eine Oszillation: Die Wahrheit generiert die Falschheit, die Falschheit wiederum die Wahrheit der Aussage.  Eine Form der praktischen Umsetzung des Konzepts ist der Mechanismus einer Hausklingel. Drückt man auf eine Klingel, wird ein Stromkreislauf geschlossen der wiederum seine eigene Öffnung bewirkt. In anderen Worten, die Wirkung wird zur Ursache und die Ursache wieder zur Wirkung. Die Oszillation verursacht dabei ein Klingeln.
Das Konzept des Tetralemmas brachte mich im schriftlichen Teil der Arbeit zur Betrachtung von Gesellschaftssystemen. Hier fragte ich mich: Wie kommt ein System in Gang, wenn es noch nichts gibt, auf das Bezug genommen werden kann? Eine Möglichkeit besteht darin, mit dem Setzen einer Position 1 einen ersten Schritt zu machen. Von diesem Punkt gelangt man weiter und beginnt damit eine neue Geschichte.

Kunsthochschule Berlin-Weissensee

 

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